Stéphane Rolland, die Kunst des Zirkus in der Haute Couture

Haute Couture Sommer 2026 – Cirque d'Hiver Bouglione

Am 27. Januar 2026 wählte Stéphane Rolland den Cirque d'Hiver Bouglione für die Präsentation seiner Haute-Couture-Kollektion Sommer 2026. Ein geschichtsträchtiger Ort, an dem Mode zu Sprache, Ritual und Emotion wird. Mehr als eine Modenschau – eine ästhetische Reise, still und tiefgründig bedeutungsvoll.

Finale der Haute-Couture-Show von Stéphane Rolland im Cirque d'Hiver

Quelle: @floriansavina

Inspiriert von der Welt des Zirkus und der imposanten Gestalt Pablo Picassos, entfaltet sich die Kollektion wie eine Prozession. Die Silhouetten schreiten langsam voran, skulptural, beinahe feierlich. Asymmetrische Mäntel, lange, architektonisch strukturierte Capes, Mantelkleider und Jumpsuits formen einen kraftvollen, zurückhaltenden Körper, der sich dennoch frei bewegen kann.

Ein Blick aus Stéphane Rollands Haute-Couture-Show Frühjahr/Sommer 2026 während der Pariser Haute-Couture-Woche

Quelle: Tagwalk

Die charakteristischen Materialien des Hauses – Gazar, Duchess-Satin, Crêpe – werden zu Strukturen. Hier ist Kleidung Architektur. Das Volumen der Schultern, die kubischen Ärmel, die bauschigen oder rosigen Röcke evozieren Schwebe, fragiles Gleichgewicht, den Moment kurz vor dem Fall. Nichts ist wörtlich zu nehmen, alles ist angedeutet.

Picasso zieht sich wie ein unsichtbarer Faden durch die Sammlung. Seine Faszination für Zirkus, Akrobaten und Außenseiterfiguren beflügelt Rollands Fantasie. Der Künstler erfasst deren Essenz: die Spannung zwischen Ernsthaftigkeit und Zerbrechlichkeit, zwischen Strenge und Poesie. Schwarz und Weiß treten in einen Dialog mit Ausbrüchen von Rot, Kristall und Licht.

Quelle: Tagwalk

Ein Blick aus Stéphane Rollands Haute-Couture-Show Frühjahr/Sommer 2026 während der Pariser Haute-Couture-Woche

Quelle: Tagwalk

Die Stickerei, das Markenzeichen des Hauses, wird zur eigenen Sprache. Diamanten, Rubine und Topase erscheinen wie Sternbilder. Der Schmuck, oft aus Plexiglas gefertigt, ist als Fragment einer Landschaft konzipiert. Schmuck wird zu Architektur, Kleidung zu Szenografie.

Untermalt von der Musik Erik Saties und der Melancholie Nino Rotas entfaltet sich die Parade in einem langsamen, hypnotischen Tempo. Die Tauben, ein wiederkehrendes Motiv, verleihen ihr eine symbolische und zeitgenössische Dimension: Frieden, Wiedergeburt, Zuversicht. Ein dezentes und doch essentielles Symbol.

Ein Blick aus Stéphane Rollands Haute-Couture-Show Frühjahr/Sommer 2026 während der Pariser Haute-Couture-Woche

Quelle: Tagwalk

Ein Blick aus Stéphane Rollands Haute-Couture-Show Frühjahr/Sommer 2026 während der Pariser Haute-Couture-Woche

Quelle Tagwalk

Mit seiner Haute-Couture-Kollektion Sommer 2026 bekräftigt Stéphane Rolland seine Vision von Couture als vollendeter Kunstform. Ein eleganter, kontrollierter und zurückhaltender innerer Zirkus. Mode, die nicht durch Exzess, sondern durch Präsenz verführt.

 
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